AVT-College für Osteopathische Medizin

Das Riskio für einen Schlaganfall steigt auch bei jüngeren Patienten an:

Wenngleich noch immer die absolute Häufigkeit für das Auftreten eines Schlaganfalls bei Patienten jenseits des 65. Lebensjahrs zu finden ist, so nimmt doch in den letzten Jahren die Häufigkeit eines stroke bei jüngeren Menschen zu.

Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass im Vergleich zu den 1990-iger Jahren das Risiko für einen Schlaganfall bei Menschen zwischen 15 und 44 Jahren um 53% zugenommen hat. Die Ursachen für das Auftreten eines Schlaganfalls bei jüngeren Patienten sind vielfältiger Natur und und im Vergleich zur älteren Population weitestgehend unbekannt. Erfahren sie mehr zu diesem Thema [533 KB]

Leadership oder me too Profession:

Vor mehr als 100 Jahren führte der Flexner Report in den USA zu einem revolutionären Wandel in der Ausbildung als Osteopath und damit zu einer fortschrittlichen medizinischen Versorgung der Patienten. Seit damals jedoch hechelt die Ausbildung der Osteopathen dem Strukturwandel der allopathischen Medizin hinterher.
Die Blue Ribbon Commission hat nun für die USA Wege zur Optimierung der Ausbildung als Osteopath(in) und der Spezifizierung aufgezeigt welche die Identität der Profession und ihre Bedeutung in der medizinischen Versorgung neu definieren. Was können wir in Europa daraus lernen? Lesen Sie mehr zum Blue Ribbon Commisson Report [87 KB]

Wartezimmer können die Gesundheit der Patienten fördern:

Der erste Eindruck von einer Praxis wird bei vielen Patienten durch die Atmosphäre im Wartezimmer und an der Rezeption geprägt. Altes und wenig einladendes Mobiliar, Unordnung an der Rezeption und unfreundliches Personal haben einen sehr großen Einfluss auf die Wahrnehmung der Patienten und ihr Vertrauen in eine kompetente und Patienten-orientierte Versorgung. „Wir als Health Care Designer beschäftigen uns mit der Frage wie man eine Atmosphäre schafft durch welche die Gesundung der Patienten unterstützt werden kann“ erklärt Rosalyn Cama Autorin des Buchs: Evidence-based Health Care Design. Lesen Sie mehr zu diesem wichtigen Thema und blättern Sie in der Bibliothek in dem Buch von Rosalyn Cama. Download [104 KB]

Die Entwicklung der Krankheitslast in Deutschland:

Die Neuauflage der Global Burden of Disease (GBD) - Studie nach 1980 lässt für die Jahre 1990 bis 2010 einen deutlichen Anstieg der Lebenserwartung bei Frauen und Männern in Deutschland erkennen. Die Global Burden of Disease Studie 2010 bietet erstmals die Möglichkeit auf zeitliche Veränderungen in der Bedeutung von Krankheiten und Risikofaktoren mit einer Optimierung in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu reagieren.
In Deutschland sind aktuell ischämische Herzerkrankungen und Rückenschmerzen mit Abstand die bedeutendsten Ursachen für verlorengegangene gesunde Lebensjahre. Insgesamt zeigt sich eine Verschiebung von Lebensjahren, die durch frühzeitiges Sterben verlorengehen, hin zu Lebensjahren die mit gesundheitlichen Einschränkungen verbracht werden müssen. Hinsichtlich dieser Entwicklung ist die Osteopathie für die Gesundheitsversorgung der Deutschen in der Zukunft von großer Bedeutung. Lesen mehr über die GBD-Studie 2010. [881 KB]

Nutzung von Mobiltelefonen und Tabletts durch Kinder:

Vom Europäischen Parlament, dem Europarat, der Europäischen Umweltagentur, unabhängigen Expertenvereinigungen wie der ICEMS (Internationale Kommission für elektromagnetische Sicherheit) und anderen wird Mobilfunk als Risikotechnologie eingestuft. Hinzuweisen ist auch auf soziale Probleme im Zusammenhang mit exzessivem Gebrauch von Mobilfunktechnologie, vor allem bei Jugendlichen. Mögliche negative soziale Auswirkungen innerhalb der Familien aufgrund von Verschuldung sind oft die Folge. Auch geraten immer mehr Menschen durch übermäßige zeitliche Nutzung elektronischer Medien in eine gesellschaftliche Isolation. Lesen Sie dazu die Empfehlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg. [24 KB]

Therapie der distalen Radiusfraktur:

Die ORCHID-Studie ist die bisher größte multizentrische randomisierte Studie, die die operative und nichtoperative Behandlung von AO-Typ-C-Frakturen des distalen Radius bei Patienten ≥ 65 Jahren vergleicht. In der verfügbaren Stichprobe wurde mit den festgelegten statistischen Prozeduren und Testkriterien kein Vorteil der operativen Therapie gegen- über einer nichtoperativen Therapie im Hinblick auf die Funktion und gesundheitsbezogene Lebensqualität ein Jahr nach dem Frakturereignis beobachtet. Die deutlich bessere Beweglichkeit im betroffenen Handgelenk drei Monate nach operativer Therapie im Vergleich zur nicht-operativen Behandlung wurde nicht von besseren Ergebnissen der Lebensqualitäts- und funktionellen Scores begleitet und war bei der Abschlussdokumentation nicht mehr nachweisbar. Im operativen Arm traten keine Wundinfektionen auf und die Inzidenz sehnen-assoziierter Komplikationen lag unterhalb der aktuellen Literaturdaten. In der explorativen Auswertung erzielte die Konversionsgruppe vergleichbare funktionelle 1-Jahres- Resultate verglichen mit der primären Operationsgruppe. Lesen sie mehr zu den Studienergebnissen [720 KB] .

Neues Verfahren zur Behandlung von Knorpeldefekten:

Das AMIC-Verfahren (autologe matrixinduzierte Chondrogenese) ist eine spezifische chirurgische Technik zur Behandlung von Knorpeldefekten im Knie- und oberen Sprunggelenk. Dabei profitieren vor allem Patienten mit ausgedehnten und tiefen Knorpelschäden von dieser Behandlungsmethode. Das AMIC-Verfahren ist eine verbesserte Methode der Microfrakturierung bei der chirurgisch sehr kleine Öffnungen in den subchondralen Knochen gebohrt werden um Stammzellen aus dem Knochenmark anzuregen. Lesen Sie mehr über diese Behandlungsmethode [2.287 KB] .

Dissektion der A. vertebralis als Ursache einer zerebralen Ischämie:

Eine im August 2014 veröffentlichte Metaanalyse der American Stroke Association zeigt, dass die Dissektion der A. vertebralis zwar nur für 2% aller Hirnstamminfarkte ursachlich in Frage kommt, jedoch bei jungen Patienten (< 45 Jahre) mit 8-25% zu Buche schlägt.
Während die Pathogenese der Dissektion noch weitestgehend unklar ist besteht kein Zweifel über die prädisponierenden Faktoren welche zu einer Dissektion des Gefäßes führen können (Traumata der HWS, Hypertonie, die Einnahme oraler Kontrazeptiva, Migräne) sowie die Möglichkeit dass diese in Kombination mit einer OMT-Intervention das Risiko für eine strömungsrelevante Einengung des Gefäßes erhöhen können. Eine Risikoabschätzung bei der Behandlung der HWS setzt die Kenntnis der Symptome einer Dissektion und möglicher begünstigender Faktoren voraus. Lesen Sie dazu hier weiter [728 KB] .

Die Lagerung von neurologischen Patienten:

Bereits vom Bertha und Karel Bobath wurde die systematische Lagerung von neurologischen Patienten als wesentliches Element einer somatosensorischen Stimulation propagiert. Bislang fehlte aber eine aussagekräftige Überprüfung dieser Hypothese. In einer multizentrischen, randomisierten und kontrollierten Studie haben jetzt Heidrun Pickenbrock und Mitarbeiter zwei Lagerungskonzepte in Form einer miteinander verglichen. Lesen mehr darüber [804 KB] .

Wirkungsnachweis physikalischer Therapieverfahren:

Mit Hilfe der molekularen Medizin ist es möglich die Interaktion zentraler Botenstoffe eines inflammatorischen Geschehens zu erforschen und die Wechselwirkung zwischen Immunzellen und anderen Körpergeweben zu erfassen. Auf diese Weise konnte kürzlich in mehreren kontrollierten Studien die Wirksamkeit von thermotherapeutischen Anwendungen bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen nachgewiesen werden und damit der Stellenwert dieser Therapie in der Versorgung der Patienten untermauert werden. Hinsichtlich der Erforschung dieser komplexen zellulären Steuerungs- und Kontrollmechanismen kann auch die Osteopathie für ihre Forschungsprojekte von diesen Erkenntnissen profitieren. Lesen Sie weiter [359 KB] .

Manuelle Untersuchung der lumbalen Instabilität:

Auf der Basis einer Literatur-Recherche wurden Studien hinsichtlich der klinischen Anwendung lumbaler Stabilitätstest einem Review unterzogen. In Hinblick auf die Validität und Sensitivität bzw. ihrer Spezifität unterschieden sich die beschriebenen manuellen Untersuchungsverfahren erheblich von einander.
Der Passive Lumbar Extension Test (PLE) zeigte in verschiedenen Studien die verlässlichsten Ergebnisse. Dieser Test entspricht in seinen Grundzügen der lumbalen laminären Stoßpalpation und wird aus der Bauchlage mit Überhang der unteren Extremitäten (Füße berühren den Boden) bei simultaner aktiver Extension im Hüftgelenk ausgeführt. Lesen Sie mehr dazu [817 KB] .

Nervenkompressionsyndrome:

Nervenkompressionssyndrome sind chronische Irritationen und Druckläsionen innerhalb anatomischer Engpässe beziehungsweise osteofribröser Kanäle.

Von den typischen Engpass-Syndromen sind akute Verletzungen der Nerven durch äußere Gewalteinwirkung abzugrenzen, wobei durchaus auch Mischformen vorkommen können. Klinisch führende Symptome sind Parästhesien, Sensibilitätsstörungen und/oder Schmerzen bzw. Paresen. Diagnostisch zielführend sind neben der Anamnese und dem klinischen Untersuchungsbefund vor allem elektrophysiologische Untersuchungen und die Bildgebung. Hans Assmus, Gregor Antoniadis und Christian Bischoff analysieren diese Thematik in ihrer Übersichtsarbeit. Lesen Sie mehr zu diesem Thema [647 KB]

Piriformis-Syndrom:

Das 1934 von Freiburg und Vinke erstmals beschriebene Beschwerdebild ist durch eine neuromuskuläre Funktionsstörung des Musculus piriformis bedingt. Das typische Beschwerdebild ist durch einem lumboischialgiformen Schmerz gekennzeichnet. Besonders ausgeprägt sind die Beschwerden im Bereich der Regio glutealis und der dorso-lateralen Beinregion. Die Beschwerden nehmen durch langes Sitzen und Stehen zu, und lassen sich durch eine Dehnung des Musculus piriformis provozieren. Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Case Study von Jessica Meli Lee und Kate McCaffrey [492 KB] .

Wenn die Familie Patient ist:

Ein jeder Therapeut oder Arzt wird in der Vergangenheit schon einmal Familienangehörige, Verwandte oder Bekannte auf Grund bestehender Erkrankungen untersucht und / oder behandelt haben. Wenngleich ein jeder sich über die damit oftmals verbundene Problematik im Klaren ist, so fehlt uns doch ein klarer Verhaltenskodex für diese Situationen. Im Gegensatz zum AMA-Code of Medical Ethics der amerikanischen Osteopathen welcher die Behandlung von erkrankten Familienangehörigen oder nahen Verwandten grundsätzlich verwehrt gibt es bei uns in Deutschland keine verbindliche Empfehlung wie diese Probleme professionell gehandhabt werden sollten. In einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt nimmt Prof. Dr. Maio, Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Universität Freiburg, Stellung zu diesem Thema. Lesen Sie mehr dazu [154 KB] .

Die Heiserkeit – Ursachen und mögliche Therapie:

Heiserkeit ist eines der Leitsymptome von Dysphonien (Stimmstörungen). Diese treten mit zirka 1% in einem osteopathischen Patientenkollektiv auf und besitzen eine Lebenszeitprävalenz von zirka 30%. Dabei ist die Heiserkeit neben der eingeschränkten stimmlichen Leistungsfähigkeit, der Sprechanstrengung und der Sprechklangveränderung nur ein Symptom der Dysphonie. Die Ursachen hierfür sind akute und chronische Laryngitieden, funktionelle Stimmstörungen, gut- sowie bösartige Tumore und neurogene Funktionsstörungen. Die Analyse von Rudolf Reiter und Thomas Karl Hoffmann et al. im Deutschen Ärzteblatt (Heft 19 / Jg. 112) bildet den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie ab. Lesen sie mehr zu diesem Thema [483 KB] denn die Behandlung funktioneller Stimmstörungen hat auch eine Bedeutung für ein osteopathisches Therapie-Setting.

Muskelrelaxanzien zur Behandlung des LBP:

Myotonolytika werden zur symptomatischen Behandlung des unteren Rückenbereichs eingesetzt. Bei diesen Muskelrelaxanzien (Methocarbamol, Orphenadrin, Tizanidin) handelt es sich wie auch bei den Benzodiazepinen, welche bei gleicher Indikation angewandt werden, um zentral im Nervensystem wirkende Medikamente welche den Muskeltonus über eine Hemmung der polysynaptischen Reflexbahnen im Rückenmark beeinflussen.
Eindeutige Belege für eine schmerzlindernde Wirkung von Muskelrelaxanzien bei Patienten mit LBP die einen Vorteil gegenüber der üblichen Behandlung mit NSAR belegen würden liegen nicht vor. Eine klinische Phase IV Studie zu Methocarbamol aus dem Jahre 2005 zeigt zwar gegenüber Placebo eine Überlegenheit des Muskelrelaxanz wenngleich die beiden primären Zielparameter (Schober-Test und FBA) keine validierten Endpunkte für die Beurteilung der Wirksamkeit von Arzneimitteln für Rückenschmerz sind. Lesen Sie mehr zu diesem Thema [7.450 KB]

Exkursion in die Schweiz:

Im Rahmen des Moduls Finanzmanagement besuchte eine Gruppe von Studenten des AVT-College zusammen mit dem Dozenten Prof. Dr. Maser die Firma STORZ Medical in Tägerwilen am Südufer des Bodensees. Dort hatten sie die Möglichkeit sich über die Geschichte der Firma zu informieren und etwas über die Entwicklung der extrakorporalen Stosswellentherapie (ESWT) zu erfahren. Frau Ullrich, die Produktmanagerin der Firma, erläuterte den Studenten unter welchen betriebswirtschaftlichen Aspekten die ESWT in einer Praxis integriert werden kann und welche Indikationen es für die Anwendung dieser Therapie gibt. Mit der Demonstration eines Lithotriper der zur Nierensteinzertrümmerung eingesetzt wird wurde dann die Firmenbesichtigung abgeschlossen.

Bei strahlendem Sonnenschein und einer angenehmen Wassertemperatur des Bodensees genossen die Studenten dann den restlichen Tag mit einer privat organisierten Bootsfahrt zum Mittagessen auf die Insel Reichenau und anschließendem Baden und Sonnen. Der abschließende Tenor der Studierenden war somit überaus positiv:

„Toller Bootsausflug, sehr interessante Präsentation bei Storz und harmonisches Beisammensein“
„Sehr gute Präsentation der Firma Storz mit guter Vorbereitung und optimaler Abstimmung auf unsere Bedürfnisse“
„Sehr informativer Vortrag von Corry Ullrich und gute Betreuung durch das Team der Firma Storz, gutes Essen und geniale Bootsfahrt mit super Gemeinschaft“

Elektive Kaiserschnittentbindung:

Die Häufigkeit einer Entbindung durch Kaiserschnitt ist in den letzten Jahren weltweit angestiegen. Verantwortlich dafür sind verschiedene Faktoren welche die Entscheidung der Schwangeren für eine sectio caeserea begünstigen obwohl deren Risiko nicht abschließend zu beurteilen ist. So stieg in Deutschland die Durchführung eines Kaiserschnitts auf Wunsch von 15,3% im Jahre 1991 bis 2012 auf 31,7% an. Dabei liegt für weniger als 10% davon eine medizinische Indikation vor.
Vielfach besteht die Annahme, dass eine Kaiserschnittentbindung einer Stuhl- und Harninkontinenz vorbeuge. Für diese Annahme gibt es jedoch hinsichtlich der aktuellen Studienlage widersprüchliche bis gar keine Evidenz. Auch konnte sechs bzw. 12 bis 18 Monate nach einer Entbindung kein Unterschied in der Sexualfunktion zwischen einer vaginalen Entbindung und einer Sectio caeserea festgestellt werden. Lesen Sie mehr über die elektive Kaiserschnittentbindung [510 KB]

Konsensgruppe Osteopathie ist sich einig:

Frankfurt am 07.10.2015: Die Konsensgruppe der Osteopathie in Deutschland, bestehend aus den Verbänden / Organisationen AFO, BAO, BVO, DVOM, ROD und VOD hat bei ihrem Meeting in Frankfurt erneut die Notwendigkeit der staatlichen Verankerung der Osteopathie in der Gesundheitsversorgung in Deutschland durch die legislative Umsetzung des von der Konsensgruppe einwickelten Berufsbildes für den nicht-ärztlichen Osteopathen im Sinne eines Berufsgesetzes gefordert. Mit dem Bezug auf das aktuelle Urteil des OLG Düsseldorf vom 08.09.2015 waren sich alle in der Konsensgruppe einig, dass eine Verharmlosung des Problems einer bislang noch immer fehlenden staatlichen Kontrolle der Berufsausübung für den Osteopathen weder durch die „Verniedlichung“ der Osteopathie als osteopathische Behandlungstechniken noch durch eine absolut abzulehnende Inkorporation der Osteopathie in die Physiotherapie zu lösen ist. Wenngleich auf Grund der derzeitigen Rechtslage und Rechtsprechung allen nicht-ärztlichen Osteopathen nur der Ausweg der Berufsausübung über eine Erlaubnis als Heilpraktiker als verlässliche und rechtssichere Entscheidung bleibt ist dies eine an sich untragbare Lösung des oben genannten Grundproblems. Aus diesem Grunde unterstreicht die Konsensgruppe Osteopathie Deutschland durch ihren erneuten Schulterschluss die Forderung an den Gesundheitsausschluss der Bundesrepublik Deutschland sich der legislativen Verankerung des Berufs durch ein Berufsgesetz anzunehmen und die Situation für Patienten und Osteopathen zu harmonisieren.

CME - Continuing Medical Education und Wahlpflicht:

Die Teilnehmer des A-Moduls Sonographie in der Osteopathie (08.-10.10.2015) konnten in dem ersten Modul Erfahrungen mit der Anwendung der Sonographie des muskuloskelettalen Systems sammeln und entwickelten eine steile Lernkurve bei der Untersuchung des Schultergelenks. Im zweiten Modul (16.-18.02.2016) wird die Sonographie der unteren Extremität ein Schwerpunkt sein. Bedingt durch die begrenzte Teilnehmerzahl konnten leider nicht alle Anmeldungen für die Modulreihe berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wird im Frühjahr 2016 eine zweite Modulreihe starten.

EUROSON 2015:

Athen 06.-08.2015: In diesem Jahr war das von wirtschaftlichen Krisen erschütterte Griechenland Gastgeber für den jährlichen Kongress der European Federation of Societies for Ultrasound in Medicine and Biology (EFSUMB). Bei fast sommerlichen Temperaturen und zeitgleich mit dem Marathon bot die Veranstaltung den Teilnehmern ein vielseitiges und praxisorientiertes Programm von didaktischen Sessions und parallel laufenden Workshops.
Das AVT-College beteiligte sich mit zwei Beiträgen an dem Kongress in Form eines Workshops über die sonographische Untersuchung der Beckenbodenfunktion und mit einer E-Poster-Präsentation über die ultraschallgesteuerte Hydrodissektion peripherer Nerven am wissenschaftlichen Programm des Meetings.

Welche Therapie der einfachen Ellenbogenluxation ist die Beste?

Die Behandlung einer einfachen Ellenbogenluxation (EEL) ist umstritten. In einer systematischen Literaturübersicht und Metaanalyse stellen die Autoren Hackl, Bayer und Wegmann in der Ausgabe 18 des Deutschen Ärzteblatts die möglichen Behandlungsverfahren der EEL dar und vergleichen deren Outcome bezüglich Schmerz, Bewegungsumfang und der Wiederaufnahme der Arbeit der Patienten. Die frühfunktionelle Behandlung der Luxation zeigt im Vergleich zur Ruhigstellung im Gipsverband und der operativen Versorgung die besten Ergebnisse.Lesen sie mehr über die Metanalyse [364 KB] .

Neue EU-Verordnung für klinische Studien:

Bislang waren klinische Studien an nicht einwilligungsfähigen Personen in Deutschland verboten. Mit einer EU-Neuordnung aus dem Jahre 2014 hat sich dies geändert. Nun sind unter der Voraussetzung, dass die Forschung für die Personen selbst oder eine Gruppe von Personen zu der diese gehören, ein Nutzen entsteht auch an nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen prinzipiell möglich.
Die Mitgliedsstaaten der EU haben zwar die Möglichkeit strengere Richtlinien zu erlassen und im Genehmigungsverfahren auch anzuwenden jedoch fürchtet man im Falle einer von der EU-Richtlinie abweichenden Verfahrensweise das in der Zukunft klinische Prüfungen in andere Länder ausweichen in denen die Schutzvorschriften nicht gelten. Lesen sie mehr über die EU-Verordnung [204 KB]

4. Fascia Research Conference:

Washington, DC: In Reston, 20 Autominuten vom Zentrum der Hauptstadt der USA entfernt, fand vom 18.-20. September 2015 der Fascia Research Congress (FRC) statt. Zum vierten Male nach Boston (2007), Amsterdam (2010) und Vancouver (2013) war das Thema Faszie zentrales Element der Konferenz. Die Teilnehmer konnten sich in Rahmen der zentralen Präsentation über aktuelle Forschungsergebnisse und in parallel dazu stattfindenden themenspezifischen Sessions über neue Erkenntnisse informieren. Zunehmend deutlicher wurden die Statements, dass die Faszie - wenngleich auch zentrales Thema des Kongresses - keinesfalls aus dem Gesamtkontext ihrer Integration herausgelöst werden kann - weder im Verständnis der Diagnostik noch in der Therapie. „Faszie ohne Muskeln und ohne Organe“ so A. Stecco könne nicht Ziel einer funktionellen Therapie sein. „Wer Faszien behandelt stimuliert auch die Strukturen welche sie einschließen“. Die nächste FRC wird 2018 stattfinden - über die Location ist jedoch noch keine definitive Entscheidung getroffen worden.

Position der Konsensgruppe Osteopathie zum Urteil des OLG Düsseldorf:

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat mit Urteil vom 8. September 2015 (Az. I-20 U 236/13) bestätigt, dass Osteopathie von Physiotherapeuten nur dann ausgeübt werden darf, wenn diese über den (uneingeschränkten) Heilpraktiker verfügen. Dies hatte das Verwaltungsgericht Düsseldorf bereits am 8.12.2008 (Az. 7 K 967/07) festgestellt. Das OLG Düsseldorf hält nun ausdrücklich fest, dass Osteopathie über den Tätigkeits- und Ausbildungsbereich der Physiotherapie hinausgeht und nur durch Personen mit Heilpraktikererlaubnis oder durch Ärzte ausgeübt werden darf. Auch die Tatsache, dass der betroffene Physiotherapeut eine langjährige osteopathische Weiterbildung durchlaufen hatte und auf ärztliche Verordnung bzw. Verordnung eines HP arbeitete, ändere hieran laut OLG Düsseldorf nichts.

Die Konsensgruppe Osteopathie sieht sich durch das Urteil des OLG Düsseldorf in seiner Forderung nach der Berufsanerkennung unterstützt.

Das Urteil stellt zutreffend klar, dass Osteopathie als eigenständige Form der Medizin keine Ergänzung der Physiotherapie darstellt und als Heilkunde im Primärkontakt ausgeübt wird. Das OLG zitiert, dass „eine nicht risikolose Osteopathie sowohl Erfahrung als auch sorgfältige Indikationsstellung erfordert“. Dies ist zutreffend. Die Osteopathie ist auch keine manuelle Therapie, unterscheidet sich von dieser laut OLG „insbesondere in der Zielsetzung“. Auch dies ist richtig.

Eine unsachgemäße Ausübung der Osteopathie kann gesundheitliche Schäden verursachen, so stellt das OLG weiter fest. „Die tatsächliche Behandlung stellt einen Eingriff dar, dessen fachgerechte Ausführung einer entsprechenden Ausbildung bedarf.“

Die nun folgende Schlussfolgerung des Gerichts, dass die Heilpraktikererlaubnis zur Ausübung der osteopathischen Tätigkeit erforderlich ist, ist zwar rechtlich nachvollziehbar, aber nicht im Sinne der Patienten ausreichend. Denn die Erlaubnis nach § 3 Abs. 1 HeilprG setzt keine geregelte Ausbildung voraus, insbesondere keine Qualifikation im Bereich der Osteopathie. Eine solche Qualifikation ist aber auch nach den Ausführungen des OLG erforderlich, um die Patientensicherheit und Qualitätssicherung zu gewährleisten.

Die geforderte umfassende osteopathische Ausbildung kann nur durch ein Berufsgesetz einheitlich geregelt werden. Der Patient, der zum „Osteopathen“ geht, muss wissen dürfen, welche Qualifikation sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Die Konsensgruppe fordert daher, dass der Beruf des Osteopathen gesetzlich verankert wird. Nur so wird für den Osteopathen und den Patienten klargestellt, welche Qualifikation mindestens erforderlich ist, um diese Berufsbezeichnung zu tragen.

Fruchtzucker: Weniger Belohnungsgefühle im Gehirn:

Fruchtzucker sättigt nicht nur weniger, sondern stimuliert auch das Belohnungssystem im Gehirn in geringerem Maß als Traubenzucker.
Dies könnte zu einem überhöhten Konsum mit ungesunden Folgen führen, berichten Forschende der Universität Basel in einer Studie, die in der Fachzeitschrift «Plos One» veröffentlicht wurde. Industrieller Fruchtzucker in Süßgetränken und Fertigmahlzeiten wird für verschiedene Erkrankungen mit verantwortlich gemacht.

Fruchtzucker oder Fruktose ist ein natürlicherweise in Früchten und Gemüse enthaltenes Kohlenhydrat und in dieser Form unbedenklich. Trotz ihrer ähnlichen Struktur wirken Fruktose und Glukose – also reiner Traubenzucker – auf den Körper ganz unterschiedlich: Die Einnahme von Glukose führt innert Minuten zu einem starken Anstieg vom Insulin im Blut, während die Fruktose die Insulinausschüttung nur wenig stimuliert. Lesen Sie mehr zu diesem Thema [118 KB]

Quelle: Departement Biomedizin, Universitätsspital Basel

Die Effektivität osteopathischer Behandlung in der Pädiatrie:

In einem kürzlich publizierten systematischen Review analysieren die Autoren Posadzki, Lee und Ernst die Effektivität Osteopathisch Manueller Behandlung (OMT) im Rahmen der Pädiatrie. Dazu wurden elf Datenbanken auf randomisierte und kontrollierte Studien (RCT) zu diesem Thema durchsucht. Im Rahmen dieser Recherche wurden 399 Artikel analysiert. Davon erfüllten 17 die Voraussetzung um für die Metaanalyse Verwendung zu finden.
Das Ergebnis des systematischen Review konnte auf Grund der mangelhaften methodischen Qualität der analysierten Studien keine Evidenz für die effektive Anwendung der Osteopathie in der Pädiatrie finden. Wenngleich Osteopathen sicherlich andere Erfahrungen gemacht haben, ist es wichtig dieses Paper und seine Kernaussagen zu kennen. Informieren Sie sich über die Ergebnisse des Review [973 KB] .

Die Therapie von nichttraumatischen Meniskusläsionen:

Die Mehrzahl der Meniskusläsionen entsteht ohne ein auslösendes Trauma. Die Prävalenz für die nichttraumatische Meniskusläsion liegt nach Angaben der Framingham-Studie [642 KB] bei 31%. Lange Zeit galt für symptomatische Meniskusläsion dieser Kategorie die arthroskopische Teilresektion des Meniskus als die Therapie der Wahl. In einem systematischen Review von randomisierten und kontrollierten Studien (RCT) von Petersen, Achtnich, Lattermann und Kopf (Dtsch Arztebl Int 2015: 112:705-13) welches die arthroskopische partielle Menisektomie mit dem Outcome der konservativen Behandlung verglichen hat zeigt sich bis auf eine Subgruppe von Patienten gleichwertige Ergebnisse der beiden Therapiemethoden. Auch das Risiko für eine folgende Früharthrose ist bei dieser Patientengruppe nicht erhöht. Lesen Sie mehr über dieses Review [444 KB]

OMED 2015 - The Age of DO starts now

Orlando, 17.-21. Oktober 2015: Die American Osteopathic Assoziation (AOA) wählte wie bereits vor 3 Jahren dieses Jahr wieder Orlando in Florida als Destination für ihren jährlichen Kongress. Im Orange Country Convention Center fand der Kongress eine perfekte Infrastruktur welche es allen Fachgesellschaften ermöglichte ihr wissenschaftliches Programm, die Workshops und die Board-Meetings als parallele Sessions abzuhalten.
Das wissenschaftliche Programm der Fachgesellschaften spiegelte die gesamte Bandbreite der Osteopathie im Gesundheitssystem der USA wieder und entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Empirik und undifferenzierter Körpertherapie. Dabei überwog jedoch die wissenschaftsorientierte Ausrichtung der Beiträge deutlich. Durch eine herausragende Methodik zeichneten sich die Vorträge und Workshops der Fachgesellschaften Prolotherapie und des American College of Osteopathic Family Physicians (acofp) aus. Im nächsten Jahr wird das Meeting des AOA vom 16.-21.09.2016 in Anaheim (CA) stattfinden.

Die evidenzbasierte Behandlung der Leistenhernie:

Leistenbeschwerden sind ein häufiges Symptom in der Osteopathischen Praxis. Neben Funktionsstörungen des Hüftgelenkes und des Kreuzdarmbeingelenks können auch Funktionsstörungen und Erkrankungen innerer Organe zu einer Schmerzprojektion in diese Körperregion führen.
Dabei ist die Differentialdiagnose der o.g. Schmerzursachen gegenüber einer Leistenhernie als mögliche Ursache in der klinischen Routine sehr wichtig. Eine systematische Analyse der aktuellen Evidenz zur Diagnose und Behandlung der Leistenhernie von Dieter Berger vermittelt den Osteopathen wichtige Aspekte über die Epidemiologie, die Risikofaktoren und über die Möglichkeiten einer konservatiiven und bzw. operativen Therapie (offener anteriorer Zugang versus laparoskopischer Zugang) mit oder ohne Verwendung eines Netzes. Lesen Sie dazu den Beitrag als PDF [457 KB] .

Beinlängendifferenz und lumbaler Rückenschmerz:

Eine finnische Arbeitsgruppe hat untersucht in wie weit eine bestehende Beinlängendifferenz die Intensität von lumbalem Rückenschmerz (LBP) und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit beeinflusst.
Dazu wurde die Beinlänge bei 114 Mitarbeitern einer Schlachterei und 34 Servicedienstberater sonographisch vermessen. Bei 49% respektive 44% der Studienteilnehmer konnte so eine Beinlängendifferenz von mehr als 6 mm festgestellt werden. Ein Zusammenhang zwischen LBP und einer bestehenden Beinlängendifferenz war jedoch nur bei jenen Studienteilnehmern nachweisbar bei denen die Differenz mehr als 6 mm betrug. Lesen Sie mehr über die Studienergebnisse [649 KB]

Mangelnde körperliche Aktivität hat einen Einfluss auf die Höhe der Bandscheiben und die Rückenmuskulatur:

Eine finnische Arbeitsgruppe hat untersucht in wie weit eine bestehende Beinlängendifferenz die Intensität von lumbalem Rückenschmerz (LBP) und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit beeinflusst.
Dazu wurde die Beinlänge bei 114 Mitarbeitern einer Schlachterei und 34 Servicedienstberater sonographisch vermessen. Bei 49% respektive 44% der Studienteilnehmer konnte so eine Beinlängendifferenz von mehr als 6 mm festgestellt werden. Ein Zusammenhang zwischen LBP und einer bestehenden Beinlängendifferenz war jedoch nur bei jenen Studienteilnehmern nachweisbar bei denen die Differenz mehr als 6 mm betrug. Lesen Sie mehr über die Studienergebnisse [649 KB]

Verteidigung der Bachelor und Master-Thesen:

Berlin, 29. + 30. Oktober 2015: Erleichterung war bei allen Studenten des Bachelor und Master Studiums der Manuellen Osteopathischen Medizin (Bachelor and Master of Science in Osteopathic Manual Medicine) spürbar nachdem sie in Berlin ihre Thesis verteidigt hatten. Eine anstrengende Zeit des Studierens und viel Engagement für ihre Projektarbeit war der Präsentation ihrer Studien und der Verteidigung ihrer Thesen vor dem Prüfungsausschuss der Hochschule vorausgegangen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Prof. Dr. Michael Brucksch, der neben Prof. Dr. Gregor Slavicek und Prof. Matthias Beck PhD sowie Frau Elena Gutzmann die Verteidigung der Thesen bewertete zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Studierenden und der wissenschaftlichen Ausrichtung der Studien. Mit diesem Selbstverständnis für Wissenschaftlichkeit tragen die Absolventen dazu bei, die Osteopathie in eine Zukunft der Bedeutsamkeit für die medizinische Versorgung in Deutschland zu tragen. Mehr zu den Forschungsthemen

Die Kokontraktion von Quadrizeps und Hamstrings beeinflusst die Elongation des ACL:

Eine Gruppe australischer Wissenschaftler hat mit Hilfe von CT-gestützten Bewegungsanalysen des Kniegelenks den Einfluss der Kräfte analysiert, welche ausgehend von einer Kontraktion des Musculus quadrizeps femoris und der Hamstrings sowie einer Kokontraktion der beiden Muskelgruppen auf das Kniegelenk und im Besonderen auf das vordere Kreuzband einwirken. Dabei kamen sie zu der Erkenntnis, dass eine gleichzeitige Aktivierung des Musculus quadrizeps femoris und des Musculus bizeps femoris zu einer Elongation des vorderen Kreuzbandes führen kann während die Kokontraktion des Streckers und der medialen Hamstrings (Muculus semitendinosus und Musculus semimembranosus) eine solche verhindert. Lesen sie mehr über die Konsequenzen welche diese Mechanismen für die Rehabilitation von Patienten mit einer VXB-Plastik hat. Hier der Link zum Artikel [5.808 KB]

Informationen zum IKK Gesundheitskonto-Osteopathie:

Mit Schreiben vom 21.12.2015 hat die IKK die Voraussetzungen für eine Erstattung der Leistung Osteopathie in Hinblick auf das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 08.09.2015 neu definiert.
In ihrem Statement verweist die Krankenkasse expliziert darauf, dass die Osteopathie nur von Physiotherapeuten mit einer abgeschlossenen Osteopathieausbildung erbracht werden darf die auch im Besitz einer uneingeschränkten Heilpraktiker-Erlaubnis sind. Diese Aussage gilt uneingeschränkt auch für die Osteopathen mit einem akademischen Abschluss (B.Sc. und M.Sc.). Lesen Sie das Schreiben der IKK an den DVOM [915 KB] .

Incidence of Somatic Dysfunction in Newborns:

Die Autoren Waddington E., Snider K., Lockwood M. et al haben in der November Ausgabe des Journal of the American Osteopathic Association (Vol. 115, 654-665) ihre Untersuchungsergebnisse an 100 gesunden Neugeborenen im Alter von 6 bis 72 Stunden publiziert (der Originalartikel ist hier verfügbar). Die Autoren entwickelten dazu einen Score (0-34) mit dem sie die Anzahl der identifizierten somatischen Dysfunktionen definierten. Untersucht wurden der Schädel, die Hals- und Lendenwirbelsäule sowie die Sacralregion. Bei 99% der Neugeborenen fanden die Autoren eine Dysfunktion der Synchondrosis sphenobasilaris, bei 95% eine condyläre Kompression und bei 85% eine Restriktion des Os temporale. Die Typisierung der Dysfunktionen in Abhängigkeit vom Geburtsmodus war nicht ersichtlich jedoch konnten die Autoren eine positiv ansteigende Korrelation (p=0,04) zwischen der Dauer der Geburt und der Häufung von somatischen Dysfunktionen finden.

Nach der Studie von Pizzolorusso und Mitarbeitern (Osteopathic Evaluation of Somatic Dysfunction and Craniosacral Strain Pattern among Pretrem and Term Newborns [309 KB] ) aus dem Jahr 2013 ist dies die zweite Publikation welche die Häufigkeit von somatischen Dysfunktionen bei asymptomatischen Neugeborenen (n=155) untersucht hat. Wenngleich die beiden Studien eine durchaus differente Verteilung der dokumentierten Dysfunktionen belegen, so zeigen sie doch eine absolute Häufung von multiplen somatischen Dysfunktionen bei Neugeborenen an.

Neben der Tatsache, dass beide Studien erhebliche methodische Schwächen aufweisen (es existiert keine Intra- und Interrater Reliabilität und alle Befunde sind rein subjektive Wahrnehmungen der Untersucher) wurden die Untersuchungen an asymptomatischen Neugeborenen durchgeführt. Mit der Häufung von Dysfunktionen (99% SBS-Strains) ohne jegliches follow-up der Kinder wird deren Bedeutsamkeit im klinischen Alltag sehr fraglich. Aus diesem Grunde sollten die Studienergebnisse mit größter Zurückhaltung interpretiert werden und dürfen keinesfalls Grundlage einer argumentativen Diskussion für ein osteopathisches Neugeboren-Screening sein noch sollten sie zur Verunsicherung der Eltern führen.

Interdisziplinarität: Osteopathie und Zahnmedizin

Turin, 09.-10.04.2016: Im Rahmen ihres postgraduierten Studiums des Master of Science in Biomedical Interdisciplinary Dentistry, hatte eine Gruppe italienischer Zahnärzte die Möglichkeit die Osteopathie und ihre Behandlungsstrategien in der interdisziplinären Versorgung von CMD-Patienten kennenzulernen.
Für die Studiengruppe erschlossen sich völlig neue Aspekte der Therapie und mit der wissenschaftsorientierten Vermittlung der Osteopathie eine große Akzeptanz ihrer Behandlungsstrategien. So entwickelte sich bei den Studierenden der Wunsch mehr über diese medizinische Disziplin zu erfahren und die unumstößliche Einsicht in der Zukunft intensiver die Zusammenarbeit mit einem Osteopathen anzustreben.

Die osteopathische Behandlung des akuten Otitis media:

Eine multizentrische randomisierte und kontrollierte Pilotstudie (West Virginia School of Osteopathic Medicine und New England School of Osteopathic Medicine) konnte an einem Patientenkollektiv von 52 Kindern mit einer akuten Otitis media in der Studiengruppe (Standard-Care und OMT) eine signifikant schnelle Heilung feststellen als vergleichsweise in der Kontrollgruppe welche ausschließlich mit der Standardtherapie behandelt wurde.
Die Versuchsgruppe wurde 3x im wöchentlichen Abstand gemäß einem standardisierten osteopathischen Behandlungsprotokoll therapiert. Die Therapieergebnisse in der Versuchs- und in der Kontrollgruppe wurden basierend auf den Daten der Veränderung im Tympanogramm und der Messung der Mittelohrreflexe analysiert. Lesen Sie mehr über diese Studie [461 KB]

OMED 2016

Anaheim 17.-20.09.2016: OMED, die jährliche Konferenz der AOA, der Dachorganisation aller osteopathischen Fachgesellschaften, fand dieses Jahr in Anaheim in der Nähe von Los Angelos statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung hielt auch die Osteopathic International Alliance (OIA) ihre Jahrestagung ab. Themen wie die Zusammenarbeit mit der WHO, die Integration der Osteopathie in die medizinische Versorgung, die Ausbildung und Forschung beherrschten die Tagesordnung. Im Rahmen der Joint Sessions mit der American Academy of Osteopathy (AAO) wurden aber auch klinische relevante Themen aufgegriffen:

Als eine unverzichtbare Investition in die Zukunft der Osteopathie in einer Welt der evidenzbasierten Medizin bezeichnete Abraham Pera, DO
die Implementierung des diagnostischen Ultraschalls in die Ausbildung der Studenten. Seit 2011 haben verschiedene Colleges für Osteopathische Medizin in den USA damit begonnen dieses heutzutage fast unverzichtbare Tool der Diagnostik in die vorklinische Ausbildung ihrer Studenten einzubinden. „Auf diese Weise konnten wir verhindern“, so Abraham Pera, „dass unsere Studierenden, wenn sie in ihre klinische Rotation gehen hinter den Kollegen der Medical Colleges zurückstehen und mit mehr Wissen als ihre Tutoren aus diesen wieder zurückkommen.“

In Deutschland ist das AVT-College die bislang erste und einzige Osteopathie-Schule welche ihren Studenten diese Kompetenz vermittelt. Damit wird auch in Deutschland ein Standard in der Ausbildung erreicht wie er in den USA seit 2011 kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Lisa DeStefano, DO (Chair des Departments für OMT der Michigan State University) ging in ihrem Referat auf den unspezifischen unteren Rückenschmerz (LBP) ein. Ernüchternd war für viele Zuhörer die Feststellung, dass die Anwendung von manuellen Mobilisations- und Manipulationstechniken an der Wirbelsäule in der Metaanalyse keine signifikant besseren Ergebnisse zeigt als vergleichsweise andere Behandlungsstrategien (medikamentöse Therapie, Akupunktur, physikalische Therapie). Mit dieser Feststellung untermauerte sie argumentativ ihre Forderung nach einer osteopathischen Prävention für LBP. Die Möglichkeit hierfür sieht Lisa DeStefano in der therapeutischen Korrektur der myofaszialen Dysbalance, die in ihrem Verständnis die Grundlage für eine Fehlbelastung des Beckens und der lumbalen Wirbelsäule und damit der Entwicklung von LBP ist.

Fachverbände bekräftigen die Forderung nach Berufsgesetz für Osteopathen:

Osteopathie ist derzeit in mehreren Landtagen Thema. Auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat sich kürzlich mit der Situation der Osteopathie und Osteopathen befasst und das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, aus Gründen des Patientenschutzes zu prüfen, wie die derzeitige Rechtsunsicherheit ausgeräumt werden kann und ob das Berufsbild des Osteopathen einer Reglementierung durch ein eigenes Berufsgesetz bedarf.

Die Verbände und Organisationen der nicht-ärztlichen Osteopathen in Deutschland,

die Akademie für Osteopathie (AFO) e.V.
Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) e.V.,
Bundesverband Osteopathie (BVO) e.V.,
der Deutsche Verband für Osteopathische Medizin (DVOM) e.V.,
das Register der Traditionellen Osteopathen (ROD) GmbH und
der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V.,

die die große Mehrheit aller in Deutschland tätigen Osteopathen vertreten, unterstreichen erneut die dringende Notwendigkeit eines Berufsgesetzes auf Bundesebene.

Die Gründe: Die gegenwärtige Situation ist undurchsichtig, die Qualifikation von Osteopathieanbietern völlig ungesichert und es gibt weder Rechtssicherheit für qualifizierte Osteopathen noch Transparenz für die gesetzlichen Krankenkassen.

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Exkursion auf die Schwäbische Alb

Planmäßig wurde diese zeitgleich in 6 Tötungsanstalten im Deutschen Reich und Österreich umgesetzt. Bei genauer Analyse der historischen Prozesse zeigt sich, dass nicht, wie vielfacht gedacht, rassenhygienische Gedanken für die Vernichtung verantwortlich gewesen sind, sondern vielmehr wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund standen. Dazu entwickelten die Verantwortlichen in Berlin eine perfide Propaganda welche selbst Ärzte in dem Glauben die Volksgesundheit zu schützen zu Mittätern machte. Wenngleich die Schuldigen für diese Verbrechen nicht in unserer Generation zu suchen sind, ist Erinnern wichtig denn auch heute greifen wirtschaftliche Überlegungen in medizinische Entscheidungsprozesse ein (Transplantation von Organen) und machen Ethik zu einem unverzichtbaren Element unseres Entscheidens und Handelns. Allen die nicht an dieser Exkursion teilnehmen konnten sei ein Besuch der Gedenkstätte sehr empfohlen.

Förderung von Kindern mit Lese- und Rechtschreibstörung:

Immer häufiger stellen in den letzten Jahren Eltern ihre Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) in osteopathischen Praxen vor und erhoffen sich durch die Osteopathie Hilfe für die betroffenen Kinder.
Bei einer LRS handelt es sich um eine ernstzunehmende Störung der schulischen Entwicklung der Kinder die sich nicht selten auch auf die psychosoziale Entwicklung des Kindes auswirkt. Die Diagnose einer LRS sollte mittels geeigneter Testverfahren (Diskrepanz zur Alter- und / oder Klassennorm außerhalb der ersten Standarddeviation) möglichst früh gestellt werden. Eine eventuelle Komorbidität der LRS mit Störungen des Seh- und des Hörvermögens sollte ausgeschlossen werden. Die Therapie der LSR sollte leitlinienorientiert mit dem Training des phonologischen Bewusstseins und der Buchstaben-Silben-Morphemsynthese sowie systematischen Lese- und Rechtschreibübungen durch ausgebildete Therapeuten im Einzel- oder im Gruppensetting erfolgen.
Für die Anwendung der Osteopathie bei LRS gibt es bislang keinen Wirkungsnachweis. Denkbar ist die osteopathische Behandlung funktioneller Störungen welche sich in Form von häufigem Kopfschmerz und mangelhafter Entwicklung der aufrechten Körperhaltung zeigen können. Dabei muss allerdings im Verständnis der Entwicklung eines verantwortungsbewussten Therapieauftrags von Seiten des Osteopathen explizit darauf hingewiesen werden, dass damit nicht die LRS behandelt, sondern negativ intervenierende Faktoren des Förderungsumfeldes Ziel der Behandlung sind. Dies erscheint umso wichtiger als die Förderung der betroffenen Kinder keine zeitliche Verzögerung erlaubt und bis zum Erreichen des alters- und klassenorientierten Leistungsniveaus anhalten muss.

Download einer Metanalyse von K. Galuschka über die Diagnose und Behandlung von LRS [512 KB]
Download der S-3-Linie zur Diagnose und Behandlung von LRS [1.433 KB]

Leipzig 16.-18.03.2017:

Das AVT-College für Osteopathische Medizin hat sind auf der therapie-Leipzig, einer Fachmesse für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden, an der Sonderschau „Osteopathie“ beteiligt. Gemeinsam mit dem VOD (Verband der Osteopathen Deutschlands) und drei weiteren Osteopathie-Schulen (Still Academy, der IFAO und der Osteopathie-Schule Leipzig) wurde den Messebesuchern ein interessantes Vortragsprogramm geboten. Dabei konnte Prof. Beck (AVT-College) den Zuhörern die Osteopathie am Beispiel von 4 Themenbereichen (Die Osteopathie in der interdisziplinären Therapie der Cranio-Mandibulären Dysfunktion, Die Faszien des menschlichen Körpers – ein Netzwerk der Kommunikation, Die Mobilisation des peripheren Nervensystems, Die osteopathische Behandlung des chronischen Beckenschmerzsyndroms (CPPS) beim Mann) erklären.