Osteopathie und ihre Bedeutung für die Gesichts- und Mundraumentwicklung und in der funktionellen Kieferorthopädie bei Kindern.
Der Mund ist viel mehr als nur ein Organ, mit dem Nahrung zerkleinert wird. Die Gesichts- und Mundraumentwicklung ist von Faktoren wie z.B. dynamische Wachstumsprozesse, korrekte Zungenlage, Nasenatmung usw., abhängig. Wichtige Rollen bei der Entstehung und weiteren Entwicklung einer Dysgnathie spielen: genetische Disposition, orofaziale Dyskinesien, Dysfunktionen der Schädelbasis, psychovegetative Blockaden, posturologische Dekompensation und ein myofunktionelles orofaziales Ungleichgewicht. Hier gibt es für die Osteopathie ein wertvolles Arbeitsgebiet mit sehr klaren Indikationen für die Behandlung.
Die Prognosen für Autonormalisierung der Dysfunktion wie z.B. einer Dysgnathie sind gut, wenn die Ursache gut behandelt wird und der Entwicklungsprozess der orofacialen Skelettstrukturen es noch zulässt.
Was kann Osteopathie für die Behandlung von Okklusionsfehlern bei Kindern im Zahnwechsel bedeuten? Welche Rolle spielen z.B. Mundatmung und schluckmotorische Störungen in der Entwicklung einer Okklusionsabweichung oder rezidivierende entzündliche Prozesse im Nasenrachenraum (Hypertrophie adenoiden Vegetationen)?
Eine Malokklusion auf Basis einer orofaciale "Fehlentwicklung" kann zu posturalen Fehlern in der Wirbelsäule führen, die u.a. strukturelle Änderungen der Wirbelsäule und Spannungskopfschmerzen zur Folge haben können.
Osteopathie als "präorthodontische Therapie": Was bedeutet das?
Der Kurs ermöglicht es, die Okklusionsfehlerklassen zu diagnostizieren, die Ursachen einzuschätzen und eine Behandlungsstrategie zu planen. Die Auslöser des kieferorthopädischen Problems zu korrigieren, ist eine Voraussetzung für die Erhaltung der orthodontischen Korrektur. Kraniale Nerven, die hier von Bedeutung sein können, sind u.a. N.trigeminus, N.facialis, N.hypoglossus, N.oculomotorius und N.accesorius. Um die Neurodynamik zu normalisieren, wird das Nervengewebe getestet und behandelt.
Die neuromotorische Stimulations- und Reorganisationstherapie regt die Entwicklung komplexer Bewegungsmuster an. Das Ziel ist es, verlorene, nicht angelegte oder ungeordnete Funktionen zu aktivieren und zu ordnen. Dadurch können Dysbalancen und Dyskoordinationen im orofacialen Bereich wie Mundatmung, infantiles Schlucken und andere Dyskinesien spezifischer behandelt werden.